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Simulationsfähigkeit

Simulationsfähigkeit

Wie die menschliche Vorstellungskraft Realität formt: Über Simulationsfähigkeit, Wahrnehmung und die Grenzen unseres Verstands

Ist das, was wir wahrnehmen, wirklich wahr? Die Beantwortung dieser Frage soll nicht Ziel der folgenden Gedanken sein. Aber ein bisschen darauf herumzukauen dürfte wohl erlaubt sein. Ob Platon nun der Erste war, der sich hierzu Gedanken gemacht hat, bleibt unklar. Er ist zumindest der Erste, der etwas aufgeschrieben hat, was bis heute erhalten ist. Sein Höhlengleichnis führt uns vor Augen, dass wir mit unseren Sinnen nicht zwingend die wirkliche Realität wahrnehmen, sondern nur ein Abbild von dieser erhalten. In seinem Gleichnis ist der Beobachter lediglich in der Lage, mit seinen Sinnen die Umrisse und die flächige Füllung des Schattens wahrzunehmen. Das wirkliche Wesen des den Schatten verursachenden Körpers kann er nicht erfassen. Denkt man diesen Gedanken weiter, tut sich schnell die Frage auf, wie die Welt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, wirklich beschaffen ist. Das von uns wahrgenommene Abbild hat seinen Ursprung in den Neuronen unseres Gehirns, die die zugetragenen Sinnesreize verarbeiten. Soweit, so verständlich. Wie selbstverständlich ist es aber, ob die zugetragenen Sinnesreize wirklich von extern, aus einer realen Welt, stammen?

Der geniale Film Matrix hat die Möglichkeit durchgespielt, dass die zugetragenen Reize aus einer Computersimulation stammen. Der Gedanke ist unglaublich spannend, führt er doch vor Augen, wie unsicher die von uns gewonnenen Erkenntnisse über unsere Welt sind. Wäre so ein Szenario überhaupt möglich? Wäre es möglich, unser Gehirn so zu täuschen? Ja. Jede Nacht wird uns bewiesen, dass das Bild, das wir von der Welt erhalten, keinen realen Ursprung haben muss. Beim Träumen erleben wir komplexe Geschehen mit Räumen, Landschaften, Geräuschen und Emotionen, in denen wir agieren. Aber nichts von dem entspricht unserer Definition einer realen Welt. In einem leichten Traum, kurz vor dem Aufwachen, bemerken wir eventuell den scheinbaren Betrug. In tiefen Träumen kommt dieser Zweifel nicht auf. Woran genau unterscheidet sich nun unsere Wahrnehmung im Traum von der am Tag? Paranoia lässt grüßen.

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